Pink Jukebox Trophy 2014

Ein Turnierbericht aus London vom 18.02.2014

von Katrin Stade

Das Wetter: frühlingshaft stürmisch, mit gelegentlichen Regenschauern…
Die Stimmung: fröhlich bis ausgelassen in der Warteschlange am Eingang.
Es ist Samstag, der 15. Februar in London, kurz vor 10 Uhr morgens…

Die bereits 17. Pink Jukebox Trophy wirft ihre Schatten voraus und wie in jedem Jahr freue ich mich sehr auf dieses Turnier. Nach so vielen Jahren ist es ein bisschen wie nach Hause kommen. Nicht nur, daß man alte Freunde trifft und ausgesprochen herzlich empfangen wird. Nein, das Turnier selbst scheint auch wieder interessant zu werden, denn die Startfelder sind, insbesondere bei den Frauen (Standard: 27 Paare; Latein: 24 Paare), sowie bei den Männern (Standard: 17 Paare; Latein: 10 Paare) gut bestückt mit vielen alten Bekannten und einigen neuen Gesichtern. Doch bevor ich schönes Tanzen genießen kann ist Frieren angesagt, denn der herrlich altmodische Ballsaal des Rivoli ist wie immer nicht geheizt und muss erst „warm“ getanzt werden. Aber auch das kennt man ja schon und die meisten TänzerInnen haben dicke Pullover und Wollsocken eingepackt, um sich warm zu halten.

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Los geht es mit den Sichtungsrunden der Damenstandard- und der Männerlatein- Sektionen. Nachdem alle in die passende (oder nicht so passende) Klasse einsortiert worden sind, kann der eigentliche Wettkampf starten. Das Wertungsgericht ist „international“ besetzt, obwohl man sich bei einem mittlerweile so großen Turnier etwas weniger Lokalkolorit gewünscht hätte (drei der fünf WertungsrichterInnen sind aus UK).

Das Damenstandard Turnier ist in 4 Klassen aufgeteilt. Bei den männlichen Lateinern werden ebenfalls 4 Klassen getanzt. Nun, um es gleich zu sagen: hier es gab keine großen Überraschungen. Die bei den Männern favorisierten Nejc Jus & Lemington Riddley gewinnen die A-Klasse mit einem Programm, das viele Showanleihen macht und somit kein puristisches Lateintanzen darstellt. Die zweitplatzierten Ignacio Bogaz Marin & Vish Mehta dagegen zeigten „richtiges“ Lateintanzen und es gab durchaus einige Experten am Parkettrand, die sie deshalb auf den ersten Platz gewertet hätten. Bleibt abzuwarten, ob man dieses neue Paar noch öfter auf internationalem Parkett bewundern kann.
Bei den Damenpaaren im Standardbereich ist es ähnlich: die A-Klasse besteht aus den „üblichen Verdächtigen“, ist aber trotz einiger krankheitsbedingter Absagen auch diesmal hochklassig besetzt. Hier wird Standard auf hohem Niveau getanzt und so ist es auch diesmal keine Überraschung, daß Petra Zimmermann & Caroline Privou ihre insgesamt 13. Pink Jukebox Trophy mit nach Hause nehmen dürfen. Den zweiten Platz ertanzten sich Reka Fuleki & Beatrix Rencsisovszki aus Ungarn, als Drittplatzierte gingen die Berlinerinnen Ines Dimitrova & Tania Dimitrova vom Parkett.

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Nach einer kurzen Pause ging es am späten Nachmittag weiter mit Damenlatein und Herrenstandard. Bei den Frauen wurde nach entsprechenden Sichtungsrunden in 4 Klassen, bei den Männern in 3 Klassen getanzt.
Bei den Lateindamen war die A-Klasse mit 4 Paaren „übersichtlich“: hier gewannen die Ungarinnen Reka & Beatrix vor einer dänischen „Neukombination“ aus Nete Keum & Kirsten Möller. Der dritte Platz ging an das finnische Paar Santra Rinne & Piia Korpi, den 4. Platz sicherten sich die Britinnen Rachel Sparks & Darya Trayanovich. Ebenfalls bemerkenswert klein war die B-Klasse mit nur 4 Paaren, sodaß die C-Klasse entsprechend groß ausfiel. Das führte im weiteren Verlauf des Abends zu dem Kuriosum, daß von zunächst 13 startenden C-Klasse Paaren in der zweiten Runde noch 12 Paare übrig blieben, von denen dann schliesslich 6 Paare in das Finale einziehen durften. Das war nicht nur ärgerlich für das eine Berliner Paar, das den Weg in die zweite Runde nicht antreten durfte, sondern sorgte auch für Unverständnis beim Publikum. Ein besonderer Lichtblick in dieser Sektion aber waren neue Paare aus Spanien und Finnland, die ihr erstes Equalityturnier bestritten. Diese wurden vom Publikum besonders ins Herz geschlossen und die Stimmung war dementsprechend gut.

Bei den Standardherren gab es aus Berliner Sicht Erfreuliches zu berichten: die drei Paare des tsc richtigrum berlin e.V. i.G. haben „ihren“ neuen Verein würdig vertreten und bringen schöne Erfolge mit nach Hause: so ertanzten Henry Dölitzsch & Rüdiger Andreeßen einen 6. Platz in der C-Klasse, Andreas Hoffmann & Rainer Dietzel errangen in ihrem ersten gemeinsamen Turnier einen 2. Platz in der C-Klasse und Erik Jaeger & Andreas Woytowitz machten dann die Klasse klar und bestiegen das Siegertreppchen. Auch hier war die B-Klasse mit nur 2 Paaren mehr als spärlich besetzt, das hätte man anders machen können. Verdiente Sieger in der A-Klasse waren Balazs Gati & Csaba Csetneki aus Ungarn, vor Axel Zischka & Stefan Lehner aus Frankreich sowie Paaren aus United Kingdom, Dänemark und den Niederlanden.

pinkjukebox_gruppe01

So ging dann ein langer Turniertag seinem Ende zu und trotz einiger kurioser Entscheidungen des Wertungsgerichts waren es dann doch alle zufrieden. Die abendliche Party war wie immer gut besucht und auch die WettkämpferInnen schwangen trotz des langen Tages noch immer ausgelassen das Tanzbein. Alles in allem war es wieder ein schönes Turnier und ein gelungener Abend, sodaß mir nur noch zu sagen bleibt: see you in 2015, same procedure as every year!

London, Pink Jukebox, Queer, Turnier

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